1999-1 | Editorial |
Es ist eigenartig, den eigenen Namen als Absender eines fremden Briefes zu lesen. Wenn der Inhalt dann auch noch bösartig oder einfältig ist, wird aus Verwunderung Empörung. Wer benutzt hier meinen Namen, um seinen Unsinn zu verbreiten? Was sollten meine Bekannten von mir denken?Kürzlich bekam ich ein solches Pamphlet in die Hand. Schade, dass ich den Ort im Poststempel nicht erkennen konnte. Vielleicht hätte ich dann herausbekommen, wer sich so eine Frechheit erlaubt.
Doch wie ich jetzt erfuhr, erging es anderen ähnlich. Selbst Paulus hatte offenbar damit Probleme, denn er erwähnt in seinem zweiten Brief an die Thessalonicher, dass Leute in seinem Namen Briefe umher schickten, die eine falsche Lehre enthielten (Kap. 2,2). Aus welchem Grund sollte es uns besser ergehen?
Spätestens seit Erfindung des Internet ist Briefschreiben wieder modern geworden. Auch das Sekretariat empfängt täglich elektronische Briefe, aber auch ganz normale Post: Bestellungen, Wünsche, Anfragen (Haben Sie etwas zum Thema xy?), Korrekturen, aber auch Äußerungen zu bestimmten Artikeln in unserer Zeitschrift. Letzteres haben wir zum Anlass genommen, eine neue Rubrik einzurichten: Leserbriefe. Diese Briefe müßten aber zwei Bedingungen genügen: 1. Sie müssten sich ganz sachlich zum Thema äußern, 2. Sie dürften nicht wesentlich länger als 1000 Zeichen sein und sollten mir möglichst auf Diskette oder per eMail zugesandt werden. Außerdem würde ich gegebenenfalls dem Verfasser des Artikels Gelegenheit geben, sich kurz zum Leserbrief zu äußern.
Auf der letzten Seite dieses Heftes finden Sie die ersten Leserbriefe.
Wenn Sie umblättern , erblicken Sie eine herzliche Einladung nach Hammerbrücke im Vogtland zu unserer jährlichen Haupttagung. Während der letzten in Gießen, regte ein Leser an, doch etwas über den Namen „Jehova" zu veröffentlichen. Das Ergebnis finden Sie auf in dem interessanten und gründlichen Aufsatz von Arno Hohage. Wir planen weitere Artikel über Fragen der Bibelübersetzung von kompetenten Verfassern.
Direkt aus Jerusalem kommt ein bemerkenswerter Artikel, der sich mit dieser einzigartigen Stadt im Zusammenhang von Ps. 131 beschäftigt
Mit Politik und Gesellschaft hat ein Christ nichts zu tun, meinen viele Gläubige. Was jedoch die Bibel dazu sagt, wenn man nicht nur oberflächlich hineinsieht und worauf wir auch in gesellschaftlichen Entwicklungen achten müssen, zeigen uns drei weitere Aufsätze, die auf Vorträge unseres Ethik-Kongresses in Gießen zurückgehen.