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| 1998-2 | Editorial |
Der "Bibel-Code" fasziniert immer noch. Viele Christen sind glücklich darüber. Endlich haben sie einen scheinbar fundierten "wissenschaftlichen Beweis" für die Einzigartigkeit der Bibel in der Hand.Nur mit Verwunderung konnte man im vergangenen Dezember zur Kenntnis nehmen, wie in der Zeitschrift einer bekannten Arbeitsgemeinschaft für Israel die Entschlüsselung des Bibeltextes als "zweifellos revolutionierend, brisant und sensationell" bejubelt wurde, obwohl sich der Autor von den Endzeitberechnungsn Drosnins glücklicherweise deutlich distanziert.
Eine Reaktion auf unseren Einspruch mit Übersendung von BuG 4/97 fand sich in der nächsten Ausgabe[ 3 ]: "Der Artikel 'Bibelcode' ... wurde von vielen Lesern als 'hilfreich' und 'sehr informativ' zur Kenntnis genommen, von wenigen aber auch abgelehnt."
Schön wenn man die Mehrheit auf seiner Seite hat. Hauptsache, man verführt sie nicht dazu, in einem Kartenhaus Zuflucht zu suchen, anstatt in der festen Burg des Wortes Gottes. Evangelikale Christen fallen allzu leicht auf "Beweise" herein, die sie in ihrem Vertrauen auf die Bibel vermeintlich stärken.
Scheinbare Stärke erweist sich aber als Schwäche. Denn wer anfängt, Aussagen hinter dem eigentlichen Bibeltext zu suchen, verläßt gerade das Fundament des Wortes. Wenn erst Zahlen und Computer die Bibel entschlüsseln, sind alle die schlecht dran, die davon nichts verstehen und Jahrhunderte lang wären Bibelleser leer ausgegangen...
Halten wir es lieber mit dem Apostel Paulus, der allem glaubte, was in dem Gesetz und den Propheten geschrieben steht (Apg 24,14). Er vertraute dem, was unverschlüsselt klar geschrieben war und nicht dem, was andere hineindeuteten oder herauslasen.
In dieser Ausgabe lesen Sie, wie das Wort Gottes selbst in der Hochburg des Pietismus entstellt werden darf. Wir würden uns nicht wundern, wenn Atheisten Gott lästern, aber daß Gotteslästerung innerhalb der Kirche geduldet wird, überrascht uns schon.
Zwei Absolventen der FTA sind dem Phänomen - oder sollte man besser sagen: Unfug - der Tiergottesdienste auf den Grund gegangen. Was für eine Theologie steckt dahinter und wie sollte unser Verhältnis zu Tieren nach der Bibel denn aussehen?
In der Schule haben Sie wahrscheinlich von den Millerschen Experimenten gehört. Sie galten als Hinweis dafür, daß Leben aus Ursuppen entstanden sein könnte. Was die Wissenschaft wirklich über die Chemie der Lebensentstehung weiß, besser: was sie nicht weiß, lesen Sie in dem Aufsatz von Reinhard Junker und Harald Binder.
Dürfen Christen Computer benutzen? Es gibt Gläubige, die hier ein klares Verbot aussprechen. Andere benutzen ihn selbstverständlich, auch wir! Wie sollen wir es aber mit dem Internet halten? Die moderne Informationsgesellschaft überschüttet uns mit einer Menge von Angeboten auf den verschiedensten Ebenen. Was können wir von der Bibel her dazu sagen? Lesen Sie den ersten Teil der Analyse des gläubigen Referenten für Medienrecht und Medienpolitik in der Staatskanzlei des Landes Sachsen-Anhalt.
In unserem letzten Heft sind durch einen Fehler bei der Datenübertragung leider die Namen von einigen unserer neuen Mitglieder entstellt worden. Wir bitten dafür um Entschuldigung und geben diese Namen hier noch einmal richtig wieder: Rudolf Linkert aus Stöckach, Frank Wunderlich aus Siegen, Josef Hektor aus Augsburg.