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Gitt, Werner. Am Anfang war die Information, Hänssler-Verlag, Holzgerlingen, 3. überarbeitete und erweiterte Auflage, 2002, 360 S. Pb. 6,95 EUR, ISBN 3-7751-3702-5.
Im vorliegenden Buch stellt der Autor, ein Informatiker, Ergebnisse aus seiner über 20-jährigen Forschungstätigkeit am Informationsbegriff vor. Er präsentiert seine Naturgesetzliche Informationstheorie, und es gelingt ihm, in klarer und verständlicher Sprache seine neuartigen Ergebnisse lesefreundlich darzustellen. Die vorliegende dritte Auflage des Buches ist so stark erweitert und ergänzt, dass sie weit über die Vorgängerversion hinausgeht.
Im ersten Teil erfährt der Leser Grundlegendes über Naturgesetze. Diese sind sämtlich aus der Erfahrung und Beobachtung der Natur heraus erkannt und dann als feststehende Sätze formuliert. Als einführendes Beispiel wird der Energiesatz erläutert, der besagt, dass Energie weder erzeugt noch vernichtet werden kann. Er wurde bereits im 19.
Der zweite Teil des Buches beschreibt das Wesen der Information. Das der Umgangssprache entlehnte Wort "Information" muss für die wissenschaftliche Anwendung äußerst präzise gefasst werden. Behutsam und mit vielen Beispielen wird der Leser an diesen im Computerzeitalter so wichtigen Begriff herangeführt. In jeder Art von Literatur, den Computerprogrammen, bei der optimalen Konstruktion der Lunge, in technischen Zeichnungen zum Bau von Maschinen, bei der prozessrechnergesteuerten Synthese eines Kunststoffs und bei den Abläufen in der lebendigen Zelle - überall begegnet uns Information in codierter Form. Sie ist neben Materie und Energie eine weitere zentrale Grundgröße in unserer Welt. Während Materie und Energie materielle Größen sind, ist Information wesensmäßig etwas anderes - sie ist eine nicht-materielle Größe.
Den Kern des Buches bildet die vom Autor entwickelte Naturgesetzliche Informationstheorie, in deren Zentrum ein genau definierter Informationsbegriff mit klarem Abgrenzungsgebiet steht. Es ist gelungen, zehn Naturgesetze über Information zu formulieren, die ihrem Wesen nach in Analogie zu den bekannten Naturgesetzen der Materie stehen. Das Herzstück ist das Kapitel 10, in dem Schritt für Schritt die Schlussfolgerungen aus dem zuvor Erarbeiteten gezogen werden. Diese Schlüsse sind in ihrer Tragweite äußerst weitreichend. Es werden nicht nur kritische Einwände gegen Evolution, Urknall, Atheismus und wissenschaftlichen Materialismus erhoben, vielmehr wird diesen Lehren eine naturgesetzliche Absage erteilt.
Im dritten Teil des Buches wendet der Autor den Informationsbegriff auf die Bibel an und geht dabei auf so unterschiedliche Texte wie den Schöpfungsbericht oder die Reise des Kämmerers aus dem Mohrenlande ein.
Der Anhang enthält vertiefende Erläuterungen. So werden u. a. die statistischen Informationsmengen vieler Beispiele aus dem täglichen Leben genannt. Hinweise zur Optimierung von Energie durch Information und Beispiele dazu aus biologischen Systemen, z.
Das gut verständliche und mit 47 Bildern ausgestattete Sachbuch nimmt den Leser zu neuartigen Betrachtungen mit und befähigt ihn, sich ein wissenschaftlich fundiertes Urteil über viele Fragen der Gegenwart zu bilden. Das preiswerte Buch sollte jeder gelesen haben, der im Computerzeitalter mitreden will.

Paulk, John. Ich war schwul.Kehl: Edition Trobisch 2001. 360 S. Paperback. 15,95 EUR. ISBN: 37751-9176-3
In der "Edition Trobisch" liegt nun auch in deutscher Sprache die Autobiographie des bekanntesten "Ex-Homosexuellen" Amerikas vor, von John Paulk. Sein Buch erschien 1998 unter dem Titel "Not Afraid to Change" und wurde in den USA zum Bestseller. Paulk und seine Frau Anna wurden daraufhin in viele Fernsehsendungen eingeladen, um über ihre Veränderungen von einem homosexuellen zu einem heterosexuellen Lebensstil zu berichten. Unter der deutschen Herausgabe des "Deuschen Instituts für Jugend und Gesellschaft" in Reichelsheim, einer Initiative der "Offensive Junger Christen", liegt damit ein authentischer und bewegender Lebensbericht vor, der Hoffnung für Lesben, Homosexuelle und Transvestiten gibt. Durch die Hinwendung zu Jesus Christus wurden sowohl John wie auch seine Ehefrau Anne Paulk von ihrer gleichgeschechtlichen Veranlagung und Begierde befreit.
Das diese Umkehr nicht ohne Schmerzen geschahen, veranschaulicht diese in Erzählform geschriebene Autobiograpie. Es handelt sich dabei nicht um ein Sachbuch, das alle Facetten des Themas sachlich abhandelt, sondern um eine höchst persönliche Erzählung, in der auch detaillierte Einzelheiten des früheren Lebensstiles berichtet werden. Das wird nicht jedem christlichen Leser gefallen und es ist fraglich, ob solche Details nicht auch das Gegenteil von dem bewirken können, was sie bewirken wollen. Sie offenbaren aber schonungslos die Abgründe solcher Szenen. John Paulk war sechs Jahre lang als "Call-Boy" in der Welt der Homosexuellen zu Hause, bevor er 1987 zum Glauben an Christus kam.
Hilfreich ist der deutsche Anhang, in dem wichtige Adressen von Hilfsorganisationen genannt werden. Paulk, der heute bei "Focus on the Family" in den USA beschäftigt ist, kam im September 2000 wieder in die Schlagzeilen, da er in einer Schwulen-Bar in Washington gesehen wurde. Nach eigenen Angaben habe er aber dort keine sexuellen Ambitionen gehabt. Leider wurde diese Begebenheit von den Medien und vielen Homosexuellen für ihre Zwecke ausgenutzt, um den guten Dienst John Paulks zu diskreditieren. Unberührt davon kann das vorliegende Buch gerade durch seinen persönlichen Stil für Homosexuelle eine Hilfe sein, im Glauben an Christus Befreiung zu finden.

Dreytza, M.; Hilbrands, W.; Schmid, H. Das Studium des Alten Testaments. Eine Einführung in die Methoden der Exegese. Gießen: Brunnen 2002. 213 S. Paperback: 14,90 EUR. ISBN: 3-7655- 9471-7
W en n drei Fachkollegen von drei unterschiedlichen theologischen Ausbildungsstätten sich aufmachen und gemeinsam ein Methodenbuch zum Studium des Alten Testaments erarbeiten, dann ist ihnen zunächst einmal herzlich zu danken. Kaum ein theologisches Unterfangen dürfte derzeit mühsamer sein, als einen alternativen Ansatz für die alttestamentliche Exegese vorzulegen. Schließlich dominiert schon seit vielen Jahrzehnten die historisch-kritische Methode die universitäre Bibelauslegung. Manfred Dreytza (Studienzentrum des Geistlichen Rüstzentrums Krelingen), Walter Hilbrands (Freie Theologische Akademie Gießen) und Hartmut Schmid (Albrecht-Bengel-Haus Tübingen) bieten hier exegetisches Handwerkszeug an, das die Bibel als Wort Gottes und als historisches Zeugnis ernst nimmt.
Zunächst wird die Auslegungsgeschichte des AT von der Zeit des NT bis in die Gegenwart in wenigen Schritten nachgezeichnet. Die weiteren Kapitel bieten gut nachvollziehbare methodische Schritte für die Bibelauslegung. Die Autoren betonen, dass alttestamentliche Theologie nur ein Teilaspekt einer biblischen Theologie sein kann (S. 163).
Sowohl die Bibliografie als auch das Personen-, Sach- und Stellenregister bieten dem Leser eine willkommene Orientierungshilfe.
Der Rezensent hat das vorliegende Buch mit großem Gewinn gelesen. Es gehört in die Hand eines jeden Theologiestudenten. Hier wird eine echte Alternative zu der historisch-kritischen Arbeitsweise vorgelegt, die die Autoren in Anlehnung an Gerhard Maier biblisch-historische Methode nennen.
Einige kritische Anmerkungen seien erlaubt: Wenn bei den praktischen Anregungen zur Übersetzung (S. 38) schon empfohlen wird, ein Wörterbuch, und Grammatik zu benutzen, wären konkrete Literaturhinweise hilfreich (ähnlich wie in der Fußnote 45 für die Disziplin der Textkritik).
Der Abschnitt über die Textkritik (S. 38-62) ist sehr informativ, allerdings im Verhältnis zum Rest des Buches zu umfangreich. Dafür, dass einleitend als "Ziel der Auslegung ... nicht die historische Auslegung an sich, sondern die Verkündigung" (S. 12) identifiziert wird, ist das Kapitel 6 etwas flach ausgefallen. Natürlich ist so ein Methodenbuch kein homiletisches Lehrbuch, aber die Ausführungen z.B. unter 2.5 zur Rhetorik (S. 180) wirken etwas halbherzig.
Zusammenfassend lässt sich festhalten: Das Buch eignet sich mehr für die Hand des Theologiestudenten als für interessierte Laien (z.B. die Fachdiskussion in Kapitel 4). Auch Bibelschüler werden es nur mit Gewinn lesen, wenn sie keine Berührungsängste im Umgang mit der hebräischen Sprache haben. Der richtige Zugang zu manchen Beispielen (z.B. zur Strukturanalyse S. 78) gelingt nur über die Ursprache des Alten Testaments.
Diese wenigen kritischen Anmerkungen sollen aber den Wert des Buches nicht schmälern. Hier ist den Autoren ein "großer Wurf" gelungen. Zudem zeigen sie uns, wie man sich kenntnisreich und ohne Polemik mit der Bibelkritik auseinandersetzen kann.

Price, Randall. Unheiliger Krieg. Die Wahrheit hinter den Schlagzeilen. Amerika, Israel und der radikale Islam. CH-Berneck: Schwengeler 2002 436 S. Paperback: 32,00 CHF. 22,90 EUR. ISBN: 3-85666-385-1
Noch eine Neuerscheinung zum Thema Israel und Nahostkonflikt? Was das vorliegende Werk auszeichnet, ist die Tatsache, dass es als eines der ersten Bücher aus christlicher Sicht umfassend versucht, die Geschehnisse des 11. September 2001 und den Antiterrorkampf mit dem israelisch-palästinensischen Konflikt in Zusammenhang zu bringen. R. Price, der auf dem Gebiet der Nahostwissenschaften promovierte, schreibt als Kenner der Materie. Der US-Amerikaner hat jahrelang in Israel gelebt und politische sowie geistliche Entwicklungen vor Ort analysiert. Als Theologe, Archäologe und Politikwissenschaftler ist er imstande, unabhängig von der oft einseitigen Medienberichterstattung die Komplexität nahöstlicher Spannungen zu erfassen und von der Bibel her Richtlinien zu deren Beurteilung zu geben. Dabei räumt er mit etlichen Vorurteilen, Falschinformationen und Lügen auf, die gerade auf arabischer Seite existieren und entsprechend verbreitet werden.
Sein Buch gliedert sich in 20 Kapitel, die den Bogen spannen von der veränderten Weltlage seit den Terroranschlägen über Ursachen und Geschichte des Nahostkonflikts, Herkunft der sogenannten "Palästinenser", Wesen und Ziele des Islam, die besondere Bedeutung Jerusalems im Spannungsfeld Nahost bis hin zu der biblisch verheißenen Zukunft für Israel und seine Nachbarvölker.
Dass der Autor allein drei Kapitel dem Jerusalemer Tempelberg widmet, zeigt, wie das dortige Geschehen immer mehr in den Brennpunkt des Konflikts rückt. Viele der hier präsentierten Fakten dürften dem Leser neu sein. Auch die Tatsache, dass es im Islam eine Art "Prophetie" gibt, die in übersichtlicher Weise der christlichen und jüdischen Eschatologie gegenübergestellt wird, ist sicher weithin unbekannt. Zahlreiche Schwarzweißfotos und Kartenskizzen unterstützen das Anliegen des Verfassers, ein anschauliches Bild vom Geschehen im Vorderen Orient zu zeichnen.
Die vorliegende Ausgabe wurde gegenüber dem Original um ein Vorwort erweitert, das sich speziell an Leser im deutschsprachigen Raum wendet. Außerdem wurde die "Chronologie des Nahostkonflikts" (S. 383ff.) bis Juni 2002 fortgeführt, so dass mittelfristig eine recht hohe Aktualität des Buches gewährleistet ist. Leider findet sich das Sachthemenregister des Originals nicht in der deutschen Ausgabe.
Als kleines Defizit habe ich empfunden, dass die messianischen Juden als innerisraelische Bewegung von beachtlicher geistlicher Kraft nicht erwähnt werden.
Insgesamt gesehen ist das Buch jedoch jedem Interessierten sehr zu empfehlen.

MacArthur, John. Das verlorene Gewissen. Klare Grenzen in einer Welt, in der persönliche Schuld geleugnet wird. Bielefeld: CLV 2002. 269 S. Paperback: 8,50 EUR. ISBN: 3-89397-289-7
John MacArthurs Buch ist ein Aufruf an die Christen, nicht die Maßstäbe ungläubiger Menschen in Bezug auf Sünde und Schuld zu übernehmen.
Zunächst analysiert er den Zustand der Gesellschaft. Viele Menschen sehen sich, gerade wenn sie Falsches tun, als ein Opfer der Umstände. Sie meinen, sie könnten nichts für ihr Fehlverhalten. Weil dieses Denken immer mehr um sich greift, wird Böses mitunter nicht mehr adäquat bestraft. MacArthur belegt mit Beispielen aus den USA, dass führende "Experten" Schuldgefühle für etwas Negatives halten, das man überwinden müsse. Hart kritisiert er das "Krankheitsmodell - Denken", bei dem geistliche Nöte (Sünde) in medizinische Nöte (Krankheit, z.B. Sucht) umgewandelt werden.
Hier hätte ich mir mehr Differenzierung gewünscht. Wenn Krankheit generell mit "nicht verantwortlich" gleichgesetzt wird, handelt es sich um einen Missbrauch des Begriffes. Andererseits wäre es sicherlich unpassend, z.B. Süchtige mit Entzugssymptomen als Erstes zur Aufgabe ihrer Sucht aufzufordern, denn ihnen muss zunächst medizinisch geholfen werden.
Die Opfermentalität hat auch Einzug in die Gemeinde gehalten. Zunehmend versuchen Gläubige, ihre Schuld zu verleugnen, indem sie sich "so gut finden , wie sie sind" und ihre Sünde psychologisch erklären.
Gott hat uns ein Gewissen gegeben. Es ist mit der Fähigkeit ausgestattet, Recht und Unrecht zu unterscheiden. Wird es unterdrückt, ist auch keine Erkenntnis der Sünde mehr da und die Buße wird verhindert.
In der modernen Gesellschaft stirbt das Bewusstsein für die Sünde. Die Gesellschaft steht deshalb unter Gottes Urteil (Römer 1, 28-32). Für MacArthur steht fest, dass Christen nicht die Aufgabe haben, in der Politik mitzuarbeiten. Dieser Punkt sollte ausführlicher besprochen werden. Zu denken ist z.B. an Joseph, der eine hohe Stellung in einer heidnischen Gesellschaft einnahm.
Im zweiten Teil des Buches wird das Wesen der Sünde behandelt. Der Mensch ist seinem Wesen nach völlig verdorben. Wir sind von Natur aus Feinde Gottes, auch wenn wir manchmal etwas Gutes tun. Deshalb ist die Förderung des Selbstwertgefühls nach Meinung des Autors dabei hinderlich, das eigene Wesen zu durchschauen. Die Verallgemeinerung des Selbstwertbegriffs durch MacArthur ist für mich schwer zu verstehen. Gemeint ist offensichtlich das stolze Auftreten sündiger Menschen vor Gott sowie generell Selbstbewusstsein als Synonym für Stolz. Das Selbstbewusstsein eines gut vorbereiteten Schülers angesichts einer schwierigen Aufgabe gehört wohl eher nicht in diese Kategorie ( S. 79).
Wenn man glaubt, der Mensch sei gut, muss man angesichts des Zustands der Welt letztlich die Umwelt für das Böse verantwortlich machen. Christen glauben dagegen, dass das Böse Ausdruck der völlig verderbten Natur des Menschen ist.
Daraus gibt es nur den Ausweg der bewussten, reuevollen Abkehr von der Sünde und der von Gott geschenkten Neugeburt. Interessant sind die Ausführungen über das theologische Problem des Bösen (S. 112 ff). Obwohl nach der Neugeburt die sündige Natur bereits besiegt ist, d.h. man ihr nicht mehr folgen muss, haben Gläubige bis zum Ende ihres Lebens zu kämpfen. Sie haben die Aufgabe, die Sünde täglich zu meiden (Heiligung). Perfektionismus führt zu Heuchelei oder Glaubensverlust.
Im dritten Teil des Buches werden Wege zur praktischen Abkehr von der Sünde besprochen. Notwendige Verhaltensweisen sind Ehrlichkeit, Selbstdisziplin und eine Lebensweise, die uns Versuchungen aus dem Weg gehen lässt. MacArthur: Gott schickt uns Prüfungen aber keine Versuchungen (Jakobus 1,13). Erst wenn unsere eigene Lust an uns das Ansinnen zum Bösen stellt, wird Prüfung zur Versuchung (Jakobus 1, 14-15).
Eine besondere Schwierigkeit stellen für Christen die Gedankensünden dar, die man aber auch auf dem geschilderten Weg überwinden kann.
Im letzten Kapitel seines Buches ruft MacArthur die Christen erneut auf, den Ernst ihrer Sünden nicht zu unterschätzen. Wir sollten uns fest vornehmen, nicht zu sündigen. Scham über begangene Sünden ist letztlich ein Ausdruck geistlicher Gesundheit.
Problematisch finde ich auch in diesem Kapitel die Verallgemeinerungen in Bezug auf die Psychologie. Zu bedenken ist, dass Christen nicht im Gegensatz zu einer Wissenschaft sondern zu deren ideologischen Grenzüberschreitungen stehen, also letztlich gegen antichristliche Weltanschauungen.
Die meisten Berufe kommen ohne Kenntnisse in Psychologie gar nicht aus. Abzulehnen ist von Christen aber sicherlich ein Menschenbild, das den Menschen "in Ordnung findet, wie er ist" und objektive Kriterien der Moral leugnet.
In drei Anhängen geht es um den Sieg über die Sünde nach Römer 6, die Bitte an Gott um ein gutes Gewissen nach 1. Petrus 3,21 und um das Problem unbewusster Sünden.
Ich meine, dieses Buch sollte man gelesen haben. Allzu leicht gehen im eigenen Leben die biblischen Linien verloren. Andererseits haben Christen die Pflicht, ihre Umwelt differenziert zu beurteilen, um glaubwürdig zu sein.

Pehlke, Helmuth (Hg.) Zur Umwelt des Alten Testaments. Reihe AT Ergänzungsband 1. Holzgerlingen: Hänssler 2002. Edition C 447 S. Gebunden: 22,95 EUR. ISBN 3-7751-3382-8
Im Vorwort umschreibt Helmuth Pehlke, Dozent und Fachbereichsleiter für Altes Testament und Altorientalistik an der Freien Theologischen Akademie in Gießen das Ziel dieses umfangreichen Sammelbands als Versuch, "auf die Wechselbeziehung zwischen Israel und seiner Umwelt hinzuweisen und sie aufzuzeigen." Dieser Versuch kann aus meiner Sicht als ausgesprochen gelungen gewertet werden! Jeder Bibelleser, der sich für die Welt des Alten Testamentes weitergehend interessiert, stößt hier auf eine Fundgrube.
Das Buch füllt eine echte Lücke, da es bislang auf Deutsch nichts Vergleichbares aus bibeltreuer Sicht gab. Insofern findet das hervorragende Standardwerk "Die Geschichte Israels" von Eugene Merrill (Holzgerlingen, Hänssler 2001) hiermit eine gelungene Ergänzung.
In 13 Kapiteln werden so unterschiedliche Themenbereiche wie Schriftlichkeit, Literatur und Bildung, aber z.B. auch die Frage der alttestamentlichen Chronologie oder der politischen Administration durchweg kompetent, wenn auch bisweilen recht knapp behandelt.
Wer tiefer in die jeweilige Materie einsteigen will, findet im Anschluss an jedes Kapitel eine ausführliche Liste weiterführender Literatur. Allen Beiträgen ist die Überzeugung gemeinsam, dass das Alte Testament nicht in einem Vakuum entstand, sondern in vieler Hinsicht von der damaligen Umwelt mitgeprägt wurde und das Leben im Alten Vorderen Orient widerspiegelt. Dieser Zusammenhang erscheint mir sehr wichtig für die sachgemäße Exegese alttestamentlicher Texte - und wird doch nicht selten vernachlässigt. An dieser Stelle leistet das vorliegende Werk eine gute Hilfe. Ob es Gesetze, Bündnisse, Opfer, Propheten oder Weisheit ist - es gibt mancherlei, teilweise überraschende Parallelen in der altorientalischen Umwelt. Und doch erscheinen sie im AT unter einem grundlegend anderen Vorzeichen, nämlich der Offenbarung des einen, wahren Gottes und seiner Geschichte mit seinem Volk.
Allein fünf Kapitel beschäftigen sich mit den unterschiedlichen Gattungen bzw. Inhalten der alttestamentlichen Bücher und ihren Verbindungen zur zeitgenössischen Literatur, aber auch ihrer Einzigartigkeit. Es wird der überzeugende Nachweis erbracht, dass Schreibkunst und Bildung offenbar viel weiter verbreitet war, als gemeinhin angenommen wird.
Hier ragt insbesondere der Beitrag über Poesie heraus. Der Reichtum und die Tiefe alttestamentlicher Dichtung, vor allem der Psalmen wird in einer Weise dargestellt, die dazu motiviert, einmal wieder ganz neu diesen Teil der Bibel zu studieren.
Auch das Kapitel über die Chronologie ist ausgesprochen hilfreich; werden doch hier (nach meiner Kenntnis zum ersten Mal auf Deutsch) die Ergebnisse von Edwin R. Thiele (The Mysterious Numbers of the Hebrew Kings) zusammengefasst und veröffentlicht: Wenn man von zwei verschiedenen Kalender- und Regierungsjahrsystemen in Israel und Juda ausgeht, lösen sich viele scheinbare Widersprüche in den Zeitangaben der alttestamentlichen Geschichtsbücher. So wird eine relative, und unter Hinzunahme Assyrischer Quellen auch eine absolute Chronologie des Alten Testamentes erstellt und als Tabelle angefügt. Eine ausgezeichnete Hilfe!
Als Schwachpunkt ist zu nennen, dass ein Bibelstellen- und Begriffsregister fehlt - es würde den Gebrauchswert als Nachschlagewerk erheblich steigern. Außerdem macht die etwas trockene, bisweilen wissenschaftlich-distanziert erscheinende Sprache einiger Beiträge das Lesen hier und da mühsam.Der Preis ist für ein solches Buch, fest eingebunden mit fast 450 Seiten, sicher angemessen.
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