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Die Antwort des Pastors lautete u.a.:
Dies ist nun eine Beobachtung, die man leider immer wieder im Zusammenhang mit diesen Wundergeschichten zur Kenntnis nehmen muss: Unwahrhaftigkeit.
| Dies ist nun eine Beobachtung, die man leider immer wieder im Zusammenhang mit diesen Wundergeschichten zur Kenntnis nehmen muss: Unwahrhaftigkeit |
So berichtet die von seriösen Mitgliedern der Pfingstbewegung in England herausgegebene Zeitschrift "Contending Earnestly for The Faith" (Für den Glauben kämpfen), ein Magazin also, das durchaus keine Vorurteile gegenüber gewissen Charismen hegt, folgendes:
Der Heilige Geist ist eben kein Showgeist und schon gar nicht ist er verfügbar. Als man Jesus zum König machen, Ihn sozusagen auf das Podest stellen wollte, zog Er sich zurück (Joh. 6,15). Es steht nicht in der Macht des Menschen, Zeichen und Wunder anzukündigen, so als ob der Geist Gottes uns gehorchen müsste. Eigentlich sollte man dies nicht besonders betonen müssen, doch gerade im Dienst und Wirken Reinhard Bonnkes kann man beobachten, wie er sich immer mehr Autorität anmaßt und ganz offensichtlich biblische Grenzen überschreitet.
So erklärte unser Heilungsevangelist, wie Gott ihm gesagt haben soll: Meine Worte sind in deinem Mund genauso mächtig wie Meine Worte in Meinem eigenen Mund[ 5 ] . Bei der Feuer-Konferenz 1987 in Frankfurt brüllte er gleich siebenmal hintereinander ins Mikrophon: I release the fire of the Holy Ghost, (Ich setze das Feuer des Heiligen Geistes frei).[ 6 ]
Das aber ist das Wesen der Magie, der Wunsch über Gott verfügen zu können. Gott gibt den Geist bekanntlich denen, die ihm gehorchen (Apg. 5,32), nicht denen, die ihm befehlen. So machte der Gründer einer Bibelschule folgende bemerkenswerte Aussage:
Hier kann man gar nicht mehr von Manipulation reden, sondern offener Anmaßung. Es passt jedenfalls so ein Verhalten voll in unser magisches Zeitalter.
Wie sind nun diese vielen Berichte über Heilungen zu erklären? In diesem Zusammenhang hat ein gewisser André Kole interessante Hinweise geliefert. Er ist ein Trickkünstler oder Illusionist, wie man im Englischen sagt. Da er auch gläubig ist, hat er oft die Behauptungen der Heilungsevangelisten untersucht. So stellt er zunächst fest, dass es psychosomatische und organische Erkrankungen gibt. Zu den Eigenschaften von psychosomatischen oder funktionalen und organischen Krankheiten erklärt er:
Wie André Kole weiter ausführt, können funktionale Krankheiten von praktisch jedem geheilt werden, der die Techniken der Glaubensheilung praktiziert. Diese sind im Prinzip weltweit anwendbar, seien es Schamanen, Psycho-Heiler, Medizinmänner, Magier, New-Ager usw. Glaubensheilungen kann praktisch jeder vollbringen - selbst eine Katze![ 8 ] Göttliche Heilung, an die wir auch glauben, ist allerdings weder mach- noch manipulierbar.
| Göttliche Heilung, an die wir auch glauben, ist allerdings weder mach- noch manipulierbar |
Bemerkenswert ist auch André Koles abschließende Feststellung im Zusammenhang mit Benny Hinn, dem derzeit weltweit populärsten Heilungsevangelisten, ein Mann, der auch durch Bonnke in Deutschland zuerst, nämlich 1987 in Frankfurt, bekannt gemacht wurde:
| Er sagte mir aufrichtig zu, dass er mir unverzüglich dokumentierte Beispielfälle zuschicken werde |
André Kole hörte nichts mehr von Benny Hinn.
Vergleichbar damit sind auch andere Zeugnisse von Bonnkes Wirken. So berichtet ein Augenzeuge von einer Großevangelisation in Kananga, Zaire, 1994:
Das Auflegen seiner Hände auf die kranke Stelle des Körpers, um Heilung zu erfahren, ist die typische Technik der Geistheiler und ist eine übliche Praxis im Mesmerismus.
Über den "Mähdrescher" Bonnke schrieb "Focus" u.a.:
Man wird an die Klage des Apostels erinnert: "Die Leute denken, ihr seid von Sinnen" (1Kor 14,23).
Meiner Frau und mir wurde auf Madagaskar von einer Christin berichtet, wie nach Bonnkes Feldzug, der wiederum mit einer Überfülle von Heilungen einhergehen sollte, viele frustriert und enttäuscht zurückblieben, weil sich die Heilungen nicht ereigneten bzw. als unecht herausstellten. Ähnliches wurde mir in Kiew, Hyderabad und anderen Orte der Erde berichtet. Erst große Begeisterung, danach jede Menge enttäuschte Hoffnungen. Darüber wird gewöhnlich vornehm der Mantel des Schweigens gebreitet.
Doch es gibt nicht nur enttäuschte Hoffnungen, sondern schlimmere Folgen. Üblich für Reinhard Bonnke und praktisch alle Heilungsevangelisten ist eine ebenso wahllose wie schnelle Handauflegung. Die Hand ist praktisch das Medium, durch welches die Kraft übertragen wird. Die Warnung der Schrift, "die Hände nicht zu schnell aufzulegen" (1. Tim. 5,22), hat man schon längst großzügig übersehen bzw. uminterpretiert.
Als Folge von solchen unbiblischen Handauflegungen stellen sich manchmal Depressionen und schwere psychosomatische Probleme ein.
| Als Folge von solchen unbiblischen Handauflegungen stellen sich manchmal Depressionen und schwere psychosomatische Probleme ein |
Gewöhnlich stürzen Bonnkes Zuhörer bei diesen Geistmanifestationen auf den Rücken. Auch das ist das Kennzeichen der falschen Propheten (Jes. 28,13). Doch dies alles ist nur die Spitze des Eisbergs. Ein Evangelist aus Süddeutschland erzählte mir, wie ein junges Mädchen von Bonnke bei einer seiner Veranstaltungen geheilt wurde. Eine Woche danach war sie in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie.
Sein Verhalten erinnert stark an den Zauberer Simon, der ebenfalls über den heiligen Geist verfügen wollte, am besten durch willkürliche Handauflegung (Apg. 8,19). Reinhard Bonnke passt nahtlos in unser Gefälle von Magie und Zauberei, zu einer Generation, für die Harry Potter zur Kultfigur geworden ist. Je mehr diese Strömungen sich ausbreiten, desto "erfolgreicher" wird dieser "Freisetzer" des heiligen Geistes sein. Auch der Zauberer Simon gab bekanntlich vor, etwas Großes zu sein (Apg. 8,9). Für Paulus entsprach die Vorstellung, den Heiligen Geist anders als durch den Glauben an Jesus zu empfangen, dem Wesen der Zauberei bzw. Hexerei (Gal 3,1-2).
Dementsprechend sind seine Erfolgsmeldungen. So habe ihm Gott angeblich gezeigt, wie er nicht mehr "Menschen-, sondern Völkerfischer" ist. Auch findet er im evangelikalen Bereich immer mehr Anklang und war der Starredner bei der Feier anläßlich des 50jährigen Bestehens des Bundes der Freikirchlichen Pfingstgemeinden im vergangenen Jahr. Mit der ihm eigenen Bescheidenheit erklärte er, wie sich bei ihm 1 Million Menschen bekehrt haben.[ 15 ]
In Bonnkes Missionsnachrichten kann man regelmäßig Bilder von riesigen Menschenmassen bestaunen. Groß, größer am größten lautet die Devise. "Größtes transportables Zelt der Welt! Größte Evangelisation aller Zeiten! Größte Ansammlung von Menschen in der Missions-geschichte!" So oder so ähnlich lauten die Schlagzeilen dieses neuzeitlichen "Superapostels", des "Mähdreschers Gottes", wie er auch genannt wird. Zwar wird er geflissentlich behaupten, er tue alles nur zur Ehre Gottes, doch sein Verhalten spricht viel deutlicher als seine "demütigen" Worte. Es hat dieses Gebaren viel mehr mit Größenwahn bzw. fast krankhafter Geltungssucht, um nicht zu sagen mit dem Psychogramm eines Hysterikers, denn mit der Demut eines Nachfolgers Christi (Phil. 2,3) zu tun.
| „Auftakt zur größten Ausgießung des Heiligen Geistes in Europa“ |
In Anbetracht der Tatsache, dass der wahre Gradmesser für geistliche Kraft nicht in der Dimension der übernatürlichen Zeichen und Wunder, sondern im moralischen, ethischen Bereich liegt, muss man sich fragen, welch eine Erweckung da in den letzten 15 Jahren stattgefunden hat? Insider nennen die neunziger Jahre das Jahrzehnt der Homosexuellen. Scheidung ist inzwischen nicht nur ein Problem für die Welt, sondern auch immer mehr für die Christenheit geworden. Gerade die gegenwärtige Regierung dokumentiert den moralischen Bankrott dieser Generation eindrücklicher denn je. Was ist dies eigentlich für eine Erweckung?
Welcher Geist hat da zu Reinhard Bonnke gesprochen? Er erklärte öffentlich im Zusammenhang mit dieser Einladung zur Feuer-Konferenz:
Welcher Herr hat da geredet? Nach all diesen Beobachtungen und weil sich die vielen Weissagungen von der großen Erweckung nicht erfüllt haben, wie zum Teil nun auch in Deutschland von den eigenen Leuten[ 18 ] eingestanden wird, komme ich immer mehr zu der Überzeugung, wie diese "geistesmächtigen" Strömungen eine Neuauflage von 1. Kön. 22,23a sind. "Der Herr hat einen Lügengeist in den Mund aller deiner Propheten gegeben". Dies ist der wahre Geist der heutigen "vollmächtigen" Propheten, Apostel und Superapostel. Es steht ja tatsächlich eine Geistesmacht hinter ihnen, wie es auch das Neue Testament für die Zeit vor Jesu zweiten Kommen voraussagt (2. Thess. 2,11). Es würde auch erklären, warum in diesen "charismatischen" Kreisen (allerdings nicht nur dort) so viel Übertreibung, Wunschdenken, Unwahrhaftigkeit und zum Teil bewusste Lüge akzeptiert und praktiziert wird.
Auch werden Versprechungen gemacht, die entweder nicht nachzuprüfen sind oder sich gar nicht erfüllen können.
| Es werden Versprechungen gemacht, die entweder nicht nachzuprüfen sind oder sich gar nicht erfüllen können |
Wie kann man bei einer Menge von Tausenden oder gar Zehntausenden solche Sätze hinausbrüllen? Dies ist nicht mehr die Torheit des Kreuzes und die Wahrhaftigkeit eines Dieners Christi, sondern ein anderes Evangelium, garniert mit verlockenden Verheißungen. Nicht die thologia crucis, sondern die thologia gloriae.
Die Menschen fallen in Trance, die ganze Atmosphäre erinnert fast an einen Jahrmarkt oder ein Fußballstadion. Der Kommentar des ZDF: Er liebt die Inszenierung. Auch wurde in dieser Sendung erwähnt, wie bei seinen Versammlungen schon mehrfach Menschen zu Tode gedrückt wurden.
Es ist schon Jahrzehnte her, dass man Martin Lloyd Jones im Zusammenhang mit Kathryn Kuhlman fragte, was er von ihren Heilungsfeldzügen halte.
Doch besonders eindrücklich ist folgende Feststellung im Zusammenhang mit dem Auftrag zur Heilung:
Doch für seine Kritiker hat Bonnke nur das Götzzitat übrig, wie er einem ehemaligen Mitglied des Hauptvorstands der Deutschen Evangelischen Allianz in den 80er Jahren wörtlich sagte[ 21 ]
| Doch für seine Kritiker hat Bonnke nur das Götzzitat übrig. Schließlich gibt ihm der Erfolg recht |
Man übersieht dabei völlig, dass gerade ein Kennzeichen der falschen Propheten in der Zeit vor der Wiederkunft Christi ihre großen Erfolge sein werden. Der Herr Jesus sagt in seiner berühmten Ölbergrede nicht, "sie werden wenige oder einige in die Irre führen", sondern "sie werden viele verführen" (Mt. 24,11). In der Bergpredigt heißt es: "Es werden viele zu mir sagen an jenem Tage: Herr, Herr, haben wir nicht in deinem Namen geweissagt? Haben wir nicht in deinem Namen böse Geister ausgetrieben? Haben wir nicht in deinem Namen viele Wunder getan? Dann werde ich ihnen bekennen: Ich habe euch noch nie gekannt; weicht von mir, ihr Übeltäter!" (Mt. 7,22-23). Wenn Erfolg der Maßstab für göttliches Handeln wird, dann waren Jeremia und Hesekiel die größten Versager. Jeremia musste sagen "und ich habe zu euch nun dreiundzwanzig Jahre lang immer wieder gepredigt, aber ihr habt nie hören wollen" (Kap. 25,3b).
Bonnke hat verblüffende Ähnlichkeit mit den von Paulus ironisch titulierten "Superaposteln" (hyperlian apostoloi, "überaus sehr Apostel", 2Kor 11,5 und 12,11). Ab 2Kor 10 setzt sich Paulus mit Leuten auseinander, deren hervorstechendes Merkmal darin bestand, dass sie ungeheuer ruhmsüchtig waren (2Kor. 10,18; 11,18-19) und auch prahlten, dem Apostel gleich zu sein (2Kor 11,12). Durch diese Leute begann offensichtlich die große Erweckung und sie rühmten sich fremder Arbeit (2Kor 10,13-15). Sie warfen Paulus vor fleischlich zu sein (2Kor 10,2), weil er offensichtlich sich nicht rühmte und auch nicht Zeichen und Wunder in den Mittelpunkt stellte. Deswegen behaupteten einige sogar, er sei gar kein echter Apostel. Ein solcher müsse mehr "Vollmacht" haben. Paulus muß deswegen erklären, wie des "Apostels Zeichen unter ihnen geschehen sind" (2Kor 12,12). Er weist darauf hin, wie er sogar im Paradies war, doch es töricht ist, solche Erlebnisse oder Offenbarungen an die große Glocke zu hängen (2Kor 12,7-11). Weil diese "Superapostel" ständig ihre große Vollmacht und Kraft im Munde führten, rühmt sich Paulus ganz im Gegensatz dazu seiner Schwachheit (2Kor 12,5 u. 9) und belegt seine Apostelschaft mit der Fülle seiner Leiden (2Kor 11,22-33).
Darüber werden bei dem triumphalistischen Ansatz dieser besonderen Apostel damals wie heute Schwachheit, Leiden oder auch Krankheit gewöhnlich als fleischlich eingestuft. Man setzt sich heute problemlos in eins mit den biblischen Aposteln (2Kor 11,12). Paulus sagt dann ungeschminkt, wie diese besonderen Apostel mit ihrem großen Mundwerk einen anderen Jesus predigen, einen fremden Geist vermitteln (2Kor 11,4) und nennt sie falsche Apostel und arglistige Arbeiter (2Kor 11,13). Er muss den Korinthern vorwerfen, wie sie einen fremden Geist gerne ertragen (2Kor 11,4) und sich von Narren, die sie ebenso gerne ertragen, knechten lassen (2Kor 11,19-20). Genauso sieht es heute aus, so dass man fast mit Salomon sagen muss, "nichts Neues unter der Sonne".
Der triumphalistische Ansatz hinterlässt eine dementsprechende Spur der Verwüstung und Zerstörung.
| Der triumphalistische Ansatz hinterlässt eine Spur der Verwüstung und Zerstörung |
Wegen zunehmender Verwirrung, Irrlehren und lügenhaft aufgebauschten Wundern und Heilungsberichten innerhalb der charismatischen vielfältigen Strömungen, haben sich in England seriöse Mitglieder der Pfingstgemeinde zusammengefunden und in einer Zeitschrift eine Art Wächteramt wahrgenommen. "Contending Earnestly for The Faith" (Für den Glauben kämpfen) heißt Ihr Magazin, in dem manche Fehlentwicklung mutig beim Namen genannt wird, wie oben schon erwähnt wurde.
In der Juni-Ausgabe 2001 ist ein Bericht über die angeblichen Heilungswunder von Benny Hinn und Reinhard Bonnke. Nochmals, die Autoren dieser Zeitschrift sind Leute, für die es an der Existenz der Geistesgaben heute keinen Zweifel gibt. Es handelt sich also nicht um etwa konservative Evangelikale, denen man irgendwelche anticharismatischen Vorurteile unterstellen könnte.
Nachdem in ernüchternder Ehrlichkeit die skrupellosen Geldeintreibungsmethoden von Benny Hinn kritisiert werden, heißt es weiter:
Die Bibel erwähnt Zeichen und Wunder in den Abschnitten, die das 2. Kommen unseres Herrn Jesus beleuchten, ausnahmslos in Verbindung mit Verführung (2Thess. 2,9-11; Mt. 24,24; Offb. 13,13). Anhänger dieser "vollmächtigen" Evangelisation zitieren gewöhnlich die Apostelgeschichte, die jedoch den Beginn der Gemeinde schildert. In den Parusiepassagen aber, also jene Kapitel, welche die Zeit vor der Wiederkunft Jesu beschreiben, wird uns berichtet, wie diese übernatürlichen Manifestationen ein wirksames Mittel zur Irreführung der Gläubigen sein werden.
| Übernatürliche Manifestationen werden ein wirksames Mittel zur Irreführung der Gläubigen sein |
Noch bizarrer ist sein jüngster "Evangelisationsfeldzug" mit einem lebenden "Toten".
Die Auferweckung eines Pastors einer Pfingstgemeinde im bevölkerungsreichsten Staat Afrikas, Nigeria, erregte ziemliches Aufsehen. Sie soll im Umfeld eines Gottesdienstes mit Reinhard Bonnke geschehen sein. Bonnkes Missionswerk Christus für alle Nationen verbreitet darüber ein Video mit dem Titel "Vom Tod zurück ins Leben", das die Ereignisse dokumentiert.
So soll Daniel Ekechukwu, wie der Pastor heißt, am 30. November 2001 angeblich wegen eines Autounfalls gestorben sein. Seine schwangere Frau Nneka ist schockiert, doch sie erinnert sich dann an eine Stelle aus dem Hebräerbrief: "Frauen haben ihre Toten durch Auferstehung zurückerhalten" (11, 35). Sie fühlt: Dieses Wort sollte auch ihr gelten. Es gelingt ihr am Sonntag, 2. Dezember, den Toten im Sarg zu einem Gottesdienst mit Reinhard Bonnke nach Onitsha zu überführen, obwohl der Totenschein schon ausgestellt ist. Das Wunder geschieht. Daniel Ekechukwu wird wieder lebendig.
In dem Video wird eine Verbindung zu der biblischen Geschichte von dem reichen Mann und armen Lazarus (Lukas 16,19-31) hergestellt. Ganz im Gegensatz zu der Aussage in diesem Abschnitt wird erklärt, die Bitte des reichen Mannes sei nun doch noch erfüllt worden, die Auferweckung Daniel Ekechukwus sei Gottes "letzte Warnung an diese Generation".[ 23 ]
Noch verwirrender wird die Geschichte, wenn man erfährt, dass dieser Pfingstpastor gar nicht erlöst war. Ein Engel soll dem Verstorbenen offenbart haben, dass er gar nicht gerettet ist und zu Daniel gesagt haben:
Bonnke berichtete dies selbst bei einem Interview mit dem US-Fernsehsender CBN, wo er Pat Robertson von dieser "Totenauferweckung" erzählte. Darauf hat Pat Robertson erschrocken geantwortet:
Hier wird es offensichtlich, dass sich die Bitte des reichen Mannes gar nicht erfüllt hat. Der Reiche bat ja darum, dass jemand aus der himmlischen Welt (Abrahams Schoß) auf die Erde zwecks Warnung zurückkehren möge (Vers 27). Lazarus war ja im Frieden Gottes entschlafen. Pastor Ekechukwu war erstens angeblich gar nicht erlöst und wird dementsprechend aus der Hölle zurückgeschickt. Es handelt sich hier also nicht um eine himmlische Mitteilung, sondern buchstäblich um eine Botschaft bzw. einen Gesandten aus dem Abgrund.
Der reiche Mann in der Geschichte im Lukasevangelium befindet sich ja wörtlich im Hades (Luk. 16,23). Gemäß Offb. 6,8 wird nun dieses Totenreich vor der Wiederkunft Jesu weltweit losgelassen. Die Vorschattungen kann man immer deutlicher wahrnehmen. In dem Maße, wie nun der Hades über die Okkulterweckung unserer letzten Tage sich ausbreitet, wachsen parallel damit die Vorschläge, wie sie schon in Luk. 16, nachzulesen sind.
| „Sie haben Mose und die Propheten; die sollen sie hören“ |
In Wirklichkeit ist es ein Vorschlag, ein Gruß, ein "Evangelium" aus dem Totenreich. Gerade dieses Ansinnen wird durch Abrahams Antwort zurückgewiesen. "Hören sie Mose und die Propheten nicht, so werden sie sich auch nicht überzeugen lassen, wenn jemand von den Toten auferstünde" (Vers 31).
Hier kann man nun zusammenfassen, was von diesem Ereignis im Besonderen und von Bonnkes Dienst im Allgemeinen zu halten ist. Es ist ein Gruß aus dem Totenreich, eine "Gute Nachricht" aus dem Abgrund, garniert mit vielen biblischen Begriffen. Diese Macht des Hades ist es auch, die sich hinter diesem "Völkerfischer" verbirgt. Gebe es keine Okkulterweckung, Bonnke würde so gut wie keine Heilungswunder vorweisen können, abgesehen davon, dass seine propagierten Sensationen gewöhnlich mehr seinem Wunschdenken denn der Wirklichkeit entsprechen. Er ist ein Gericht Gottes über eine gerichtsreife, laodizäische Christenheit (1. Petr. 4,17). Deswegen entsteht im Gefolge dieses "Mähdreschers" Gottes eine Spur der Verwirrung, Enttäuschungen und leider auch buchstäblich Toten.
Allerdings muss um der Fairness willen gesagt werden, dass Bonnke eine ausgezeichnete Predigtgabe besitzt und manchmal das Evangelium sehr deutlich bis eindrücklich verkündigt.
| Bonnke besitzt eine ausgezeichnete Predigtgabe und verkündigt manchmal das Evangelium sehr deutlich bis eindrücklich |
Es ist wie die Feststellung von Watchman Nee über den damaligen Einbruch der Pfingstbewegung in die chinesische Erweckung: Wenn wir auf diese Zeit zurückblicken, stellen wir fest, daß der Gewinn gering, der Verlust aber sehr groß war. [ 26 ]
Der Herr Jesus seufzte: "Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, aber es wird ihm kein Zeichen gegeben werden, denn das Zeichen des Propheten Jona" (Mt. 12,39).
Keine Generation ist derart arg und ehebrecherisch geworden, wie diese gegenwärtige. Kein Wunder, dass sie nach Zeichen verlangt und betrogen werden will. Kein Wunder, dass Bonnke so erfolgreich ist.
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Anschriften |
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