Bibel und Gemeinde 2003/1 Editorial

Der Schriftleiter

Vanheiden

Karl-Heinz Vanheiden

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Baptisten und Bibelkritik?

Was ist nur mit den Baptisten los? Das fragt man sich nicht nur angesichts der Finanzmisere des Bundes Evangelisch- Freikirchlicher Gemeinden . Man fragt es sich vor allem wegen der Einstellung zur Bibel, die von anerkannten und führenden Männern dieses Bundes öffentlich und schriftlich vertreten wird. Ihre persönliche Frömmigkeit soll hier nicht hinterfragt werden. Doch nicht alles, was fromm klingt, stimmt auch mit der Bibel überein.

So hat es mich sehr enttäuscht, als ich das Büchlein über das "Beten als Gespräch mit Gott" von Siegfried Großmann las, dem derzeitigen Präsidenten des Baptistenbundes. Ich war gespannt, wie er den Part Gottes in dem postulierten Gebetsgespräch biblisch begründen würde. Fehlanzeige. Die von ihm zitierten Bibelstellen sagten gerade das, was er beweisen wollte, nicht aus. So blieben ihm letztlich nur zwei eigenartige Argumente übrig: ein persönliches Erlebnis auf einem Berggipfel und das Vorbild einer Romanfigur aus dem katholischen Umfeld, "Don Camillo".

Ein anderer baptistischer Prominenter ist Erich Geldbach, häufiger Redner auf Tagungen; er ist Professor, Zeitschriften- und Buchautor. Im Jahr 2001 veröffentlichte er ein Buch über den protestantischen Fundamentalismus in den USA und Deutschland. Das in der Reihe "Ökumenische Studien" herausgegebene und im wissenschaftlichen Duktus verfasste Werk ist ihm zu einer regelrechten Abrechnung mit allen Bibeltreuen geraten. Bis in die Ausdrucksweise hinein kommt seine Abneigung gegen die Bibeltreuen und die Bibeltreue zum Ausdruck, also gegen etwas, für das die Baptisten früher einmal positiv bekannt waren.

Er scheut sich dabei nicht, prominente evangelikale Theologen heftig zu kritisieren. So nimmt er z.B. Bischof Gerhard Maier aufs Korn, dessen Bibelkommentare sich im ganzen evangelikalen Bereich großer Beliebtheit erfreuen. Auch Samuel R. Külling, der Rektor der Staatsunabhängigen Theologischen Hochschule in Basel, steht auf seiner Liste und natürlich Helge Stadelmann, "der es fertig brachte, sich an die Spitze der Freien Theologischen Akademie (FTA) in Gießen zu setzen", wie Geldbach boshaft bemerkt.

Autoren wie Werner Gitt, Georg Huntemann und Werke wie die Studiengemeinschaft "Wort und Wissen" oder der Bibelbund sind ihm ein Dorn im Auge. Geldbach beklagt, wie viele Christen sich für bibeltreue Auslegung anfällig zeigen - wir beklagen das nicht, wir beten für sie.

Ihr Karl-Heinz Vanheiden

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