Bibel und Gemeinde
2002-4
Editorial

Die Anti-Jesus-Verordnung

Karl-Heinz Vanheiden

Da "untersagten sie ihnen, diesen Namen jemals wieder zu erwähnen oder gar in seinem Namen zu lehren." So steht es in der Apostelgeschichte, und so ähnlich tut es nach einem Focus-Bericht (33/2002) die Deutsche Fußball Liga (DFL). Mit dem Beginn der neuen Bundesliga-Saison dürfen religiöse Bekenntnisse auf T-Shirts ("100% Jesus" oder "Jesus liebt dich!") nicht mehr gezeigt werden. Besonders brasilianische Profis haben sich gern so präsentiert. Die Vereine drohen den Spielern mit Geldbußen und die Schiedsrichter müssen etwaige Verstöße im offiziellen Spielbericht notieren.

Auch ein großer US-Fernsehsender verbannt den Namen Jesus bei seinen Ausstrahlungen an der amerikanischen Westküste. Die Sendeleitung von ABC hatte beschlossen, nur noch "jesusfreie Programme" auszustrahlen, berichtet TOPIC (8/2002). Falls ein Interview-Partner den anstößigen Namen dennoch nennen würde, sollte an dieser Stelle ein Piepton gesendet werden.

Schon länger verlangen Organisatoren interreligiöser Veranstaltungen, wie sie seit dem 11. September vermehrt stattfinden, dass Christen den Namen Jesus Christus dabei nicht nennen. Auch die Großveranstaltung "Gebet für Amerika" am 23. September 2001 im New Yorker Yankee-Stadion war dafür ein Beispiel. Dort waren Vertreter des Christentums, des Islam, des Judentums und des Hinduismus gemeinsam aufgetreten.

Warum erregt der Name Jesus nur solchen Anstoß? Als Petrus zusammen mit Johannes wegen dieses Namens vor Gericht gestellt wurde sagte er zu seinen Anklägern (Apg 4,12): "In keinem anderen ist das Heil zu finden, denn in der ganzen Welt hat Gott keinen anderen Namen bekannt gemacht, durch den wir Menschen gerettet werden können."

Bei diesem Namen wollen wir unter allen Umständen bleiben - und bei seinem Wort. Wie die Treue zu Jesus und zu seinem Wort zusammenhängen, zeigt Thomas Jeising in seinem Aufsatz über die Bibeltreue und ihre Grenzgebiete (S. 17).

Dass es freilich in diesem Wort auch Schwierigkeiten gibt, haben wir nie verschwiegen. Eines dieser Probleme stellt Peter Fischer ausführlich in seinem Aufsatz über das exegetische Problem des Kreuzigungstermins vor (S.53).

Und wie man zur echten Freude am Wort Gottes kommen kann, versuche ich Ihnen in der Predigt zu zeigen, die zum Abschluss des letzten Bibelbund-Kongresses in Neustadt an der Weinstraße gehalten wurde (S.2).

Ihr

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