Bibel und Gemeinde
2001-3
Editorial

Angriff auf die Bibel

Karl-Heinz Vanheiden

vanheiden

Der Vanheiden vom Bibelbund "hat noch nie in seinem Leben die Heilige Schrift, das unfehlbare Wort GOttes gelesen oder in Händen gehalten." So äußert sich ein freundlicher Zeitgenosse auf einer Internetseite über den Bibelbund und seinen Schriftleiter.

Der einzige Grund dafür war, dass ich ihm auf seine Anfrage, wo man denn die Bibel, das Wort "GOttes" bekommen könne, jede christliche Buchhandlung und jede gängige Übersetzung empfahl. Damit war er nicht zufrieden, denn er weigerte sich, all diese Übersetzungen als Wort Gottes anzuerkennen. Als dieses gilt ihm allein eine Bibel, die sich auf den sogenannten Textus Receptus stützt, wie etwa die Lutherbibel von 1545.

Schade, dass die unselige "King James Only" Debatte auf diese Weise auch den deutschen Sprachraum erreicht und die Gläubigen völlig unnötig verwirrt. Aber diese aufgeregten Leute, die nur die autorisierte englische Übersetzung von 1611 anerkennen bzw. den Textus Receptus als Grundtext, bekriegen ihre Mitchristen mit Behauptungen, für die sie den Beweis schuldig bleiben. Lesen Sie dazu den Beitrag von Arno Hohage über Bibelübersetzung und Textkritik, der das Thema von der historischen Seite anreißt (S. 59), und ebenso die Buchbesprechung, die auf S. 76 beginnt.

Der zweite Angriff auf die Bibel kommt ebenfalls von einer unerwarteten Seite, nämlich aus dem evangelikalen Lager. Dort gibt es immer mehr Gemeinden, die das Frauenpastorat mit der Bibel rechtfertigen wollen. So erschien im Brunnen Verlag kürzlich ein von der Deutschen Evangelischen Allianz befürwortetes Buch, das ein neues Nachdenken über die Leitungsaufgaben von Frauen in der Gemeinde eröffnen soll: M.B. Smith/ I. Kern: "Ohne Unterschied. Frauen und Männer im Dienst für Gott." Der Beitrag von Markus Liebelt über Frauenordination geht ausführlich auf die dort und anderswo genannten Argumente ein und widerlegt sie biblisch.

Der dritte Angriff kommt von den Zeugen Jehovas, die vor allem die Gottheit unseres Herrn Jesus Christus nicht ertragen können und vehement dagegen argumentieren. Der Beitrag von Noël Kachouh, der für seine Arbeit den Bibelbundpreis 2001 erhielt, setzt sich gründlich damit auseinander.

Das beste, was wir all diesen Angriffen entgegen setzen können, ist das beständige und zusammenhängende Studium des wunderbar vollkommenen Wortes Gottes.

Ihr Karl-Heinz Vanheiden


Karl-Heinz Vanheiden Jg. 48, verh., zwei Kinder, ist Studienleiter der Bibelschule Burgstädt, Verlags- und Schriftleiter des Bibelbundes.

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