Bibel und Gemeinde
2001-1
Editorial

Gesundheit!

Karl-Heinz Vanheiden

KHV

Ein einziges krankes Rindvieh scheucht ganz Deutschland auf. Mit großer Hast erlässt das zuständige Ministerium eine Verordnung, um sie dann doch wieder um einige Tage zu verschieben. Nun soll es ein Gesetz sein - ein Eilgesetz mit einschneidenden Wirkungen für die Futtermittelindustrie und die Landwirtschaft. Einigen Bauern wird das zwar ziemlich weh tun, aber was hilft´s - schließlich geht es um unser aller Gesundheit.

Körperliches Wohlergehen erscheint der Gesellschaft äußerst wichtig. Auch Christen müssen sich entscheiden, welches Risiko sie beim Kauf von Fleisch und anderen Lebensmitteln auf sich nehmen wollen. Sie müssen sich also Gedanken über das Essen machen und zwar nicht nur im Zusammenhang mit BSE sondern zum Beispiel auch bei "Gentechnik" - ganz zu schweigen von geistlicher Nahrung. Dazu braucht es freilich eine gewisse Anstrengung.

Geistige Fitness aber muss auch ein Christ trainieren. Er sollte sich aufrichtig mühen, gewisse Zusammenhänge zu verstehen und nicht etwa versuchen, die moderne Biotechnologie mit einem Schlagwort zu erledigen. Dr. Harald Binder von der Studiengemeinschaft "Wort und Wissen" möchte uns in diesem Heft zu einem nüchternen biblischen Urteil über die vielfach verteufelte Gentechnik verhelfen.

Gesunde Lehre. Nach der Definition des Paulus ist das nicht nur eine Lehre, die mit der Bibel übereinstimmt, sondern die biblische Lehre, die in unserem Leben Wirklichkeit wird. Wie das in der Praxis der Gemeinde aussehen kann, zeigt Jakob Enns in einer kleinen Bibelarbeit.

Dennoch darf das Ringen um die richtige, der Schrift entsprechenden Lehre nicht einer scheingeistlichen "Friede-Freude-Eierkuchen-Mentalität" geopfert werden. Deswegen müssen wir uns immer wieder mit den Behauptungen der Bibelkritik auseinandersetzen. Thomas Riedel von der Bibelschule Burgstädt stellt die Argumente für die Verfasserschaft Jesajas in Tabellenform neben die der Kritiker. Dr. Armin D. Baum von der FTA reagiert auf die neuerlichen Argumenten von Prof. Lindemann. Wir wollen diesen Disput nicht endlos weiterführen und auch nicht als besserwisserische Rechthaber auftreten, aber wir müssen unbedingt klären, was die Grundlage für unser Glauben, Denken und Leben ist. In diesem Geist ist auch die Padua-Erklärung unserer italienischen Geschwister verfasst, eine Stellungnahme zum Katholizismus, die Prof. Helge Stadelmann übersetzt hat.

Geistliche Gesundheit ist jedenfalls wichtiger als körperliche Fitness. Denn von ersterer hängt nicht nur unser irdisches sondern unter Umständen sogar unser ewiges Leben ab. Geistliche Gesundheit aber setzt eine geistliche Ernährung voraus, die frei von Umweltgiften und ideologischen Schadstoffen ist. Gottes Wort bietet die Lebens-Mittel dazu.


Karl-Heinz Vanheiden Jg. 48, verh., zwei Kinder, ist Studienleiter der Bibelschule Burgstädt, Sekretär und Schriftleiter des Bibelbundes.

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