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2000-4 |
Editorial |
Vielleicht werden Sie einige Entdeckungen machen, wenn Sie die Bibelarbeit von Jürgen Neidhart in diesem Heft lesen. Versöhnung stellt sich überraschend anders dar als das, was man gewöhnlich darin zu sehen glaubt.
Versöhnung ist jedenfalls keine allgemeine Verträglichkeit nach dem Motto: "Seid umschlungen Millionen."
Versöhnung ist auch nicht gleich Toleranz: "Die Welt ist nun mal so wie sie ist und ich muss mich mit ihr versöhnen."
Versöhnung ist auch nicht gleich Kompromiss, bei dem sich zwei Gegner in der Mitte treffen; jeder gibt ein bisschen nach.
Andererseits heißt das natürlich nicht, dass Christen als intolerante unversöhnliche Extremisten auftreten sollen. Aber wir können zum Beispiel nicht tolerant in Bezug auf die Wahrheit sein, weil wir glauben, dass es nur die eine Wahrheit in Jesus Christus gibt, die für alle Menschen verbindlich ist. Und diese Wahrheit wollen wir ihnen in Liebe vermitteln. Also: Liebe statt Toleranz und Vergebung statt fauler Kompromisse.
Oder können Sie sich vorstellen, dass Gott einen Kompromiss mit Sündern schließen könnte? Es ist unfassbar, wie er es dennoch geschafft hat, uns mit sich zu versöhnen! Wohlgemerkt: Er versöhnte sich nicht mit uns und wir versöhnten uns auch nicht mit ihm, sondern er versöhnte uns mit sich . Das ist die einzigartige Botschaft von der Versöhnung.
Lesen Sie dazu auch die bemerkenswerte Darstellung von Michael Kotsch über den dienst der Versöhnung in der Geschichte der Predigt.
Christen haben einen Maßstab , an dem sie sich und andere zu messen haben: das ist die Heilige Schrift - Gottes verbindliche Offenbarung. Es ist nicht bequem, diesen Maßstab zu gebrauchen, es ist auch nicht modern und es könnte die Gefühle unserer evangelikalen "Wohlfühlgemeinschaft" leicht verletzten.
Aber wären wir nicht lieblos, wenn wir ihn nicht anwenden würden? Die Liebe, die Gott uns gezeigt hat, verwischt niemals die klaren Linien seines Wortes.
Aus diesem Grund nehmen wir auch im aktuellen Heft Stellung zu Strömungen im evangelikalen Bereich. Wilfried Plock, der selbst Gemeinden gegründet hat und Vorsitzender der Konferenz für Gemeindegründung ist, untersucht sachlich und gründlich Konzeption und Trends in der Gemeindewachstums-Bewegung.
Wir nehmen Stellung zu den Aussagen eines katholischen Paters, der im evangelikalen Bereich auf einmal sehr beliebt ist.
Wir fragen, was Muslime tun, wenn sie zu Allah beten. Tun sie wirklich dasselbe wie Christen?
Wir haben Gelegenheit bekommen, auf die Argumente eines bekannten Neutestamentlers einzugehen, der bereit war, sich den kritischen Anfragen von Prof. Schröter aus "Bibel und Gemeinde" Nr. 2/2000 zu stellen.
Karl-Heinz Vanheiden Jg. 48, verh., zwei Kinder, ist Studienleiter der Bibelschule Burgstädt, Sekretär und Schriftleiter des Bibelbundes.
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siehe Geschäftsstelle des Bibelbundes