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2000-3 |
Editorial |
Die evangelikale Welt ist für manche Überraschungen gut. Früher stand der Begriff "evangelikal" für eine unverbrüchliche Treue zum Wort Gottes. Längst duldete man aber in manchen Ausbildungsstätten - stillschweigend, damit man keine Spender verliert - eine gemäßigte Kritik an der Heiligen Schrift. Heute nun - das ist die Überraschung - pflegen sich einige ihrer Vertreter bei gleicher Haltung zur Schrift sogar als "bibeltreu" zu bezeichnen. Manche brüsten sich gleichzeitig damit, "in Bibeltreue nicht überholbar" zu sein. Hat die Inflation der Worte und Werte nun auch schon diesen Begriff erreicht? Gilt eine (gemäßigte) Bibelkritik inzwischen als bibeltreu?
Nun ist es nicht leicht, zu definieren, was Bibeltreue positiv beinhaltet. Auf jeden Fall ist in diesem Zusammenhang über Fragen von Inspiration und Unfehlbarkeit der Bibel, vor allem aber ihrer Auslegung (Hermeneutik) nachzudenken. Bibeltreue ist aber auch eine vom Vertrauen auf das Wort Gottes bestimmte Haltung, die Auswirkung auf den Alltag des Glaubens und alle Aktivitäten der Gemeinde hat, wie unser letzter Kongress zeigte. Wir überlegen deshalb, dem Thema selbst einen nächsten Kongress zu widmen.
In einem kritischen Leserbrief an IDEA versucht Dr. Lothar Gassman von der anderen Seite her zu zeigen, wo Bibelkritik beginnt.[1]
"Bibelkritik beginnt ... nicht erst da, wo Fundamente des christlichen Glaubens (z.B. Jungfrauengeburt, Gottessohnschaft, Sühnetod und Auferstehung Jesu Christi) geleugnet, umgedeutet oder relativiert werden oder wo man Homosexualität und Religionsvermischung als mit der Bibel vereinbar hinstellt. Bibelkritik beginnt bereits da,
Karl-Heinz Vanheiden Jg. 48, verh., zwei Kinder, ist Studienleiter der Bibelschule Burgstädt, Sekretär und Schriftleiter des Bibelbundes.
Anschrift:
siehe Geschäftsstelle des Bibelbundes
[1] Zum Artikel "In 'Bibeltreue' nicht überholbar" in IDEA-Spektrum Nr. 14/2000, der uns vom Verfasser im vollständigen Wortlaut übergeben wurde.