2000-2 | Aktuelle Seite |
Am 23. Januar 1999 verbrannte der australische Missionar Graham Staines zusammen mit seinen beiden Söhnen, dem siebenjährigen Philip und dem zehnjährigen Timothy, bei lebendigem Leib in seinem Auto. Das war kein Unfall, sondern nach den Angaben der indischen Presseagentur UNI ein Verbrechen fanatischer Hindus.
Der Missionar, der seit 34 Jahren in Indien arbeitete und eine Lepra-Station leitete, nahm an einer jährlichen Dschungelfreizeit teil, wobei es üblich war, dass er mit seinen Kindern im Jeep schlief. Das war den Tätern bekannt und so nutzten sie die Gelegenheit, in der Nacht den Wagen anzuzünden und hinderten dann den Missionar und seine Kinder am Aussteigen.
Gladys Staines, die Ehefrau des Opfers, erregte weltweites Aufsehen, als sie den Mördern öffentlich vergab. Ihre Geste bewegte einen hinduistischen Reporter derart, dass er sagte: "Wenn das Christentum ist, sollten wir alle Christen werden."
Nun hat die indische Polizei den mutmaßlichen Haupttäter gefasst. Er gehört zu einer militanten Gruppe von Hindus, die wiederholt Anschläge auf Christen plante, um angeblich Bekehrungen zu verhindern. Es war ein hohes Kopfgeld auf ihn gesetzt worden.
Der Ehefrau des Opfers ist inzwischen eine ungewöhnliche Aufmerksamkeit zuteil geworden. Sie muss viele Interviews geben und immer wieder wird sie nach ihrer Reaktion auf die Verhaftung des mutmaßlichen Mörders gefragt.
Der deutsche Evangelist Alexander Seibel hatte bei seiner Indienreise im Februar 2000 Gelegenheit, diese bemerkenswerte Frau kennen zu lernen und ihr einige Fragen zu stellen.
Gladys kann sich inzwischen kaum unerkannt in der Öffentlichkeit bewegen. Ihr Fall ist auch für die indische Regierung so brisant, dass man ihr eine Leibwache zugeteilt hat. Dieser Rummel um ihre Person erschöpft die leidgeprüfte Frau, die nun auch die Leprastation leiten muss. Andererseits aber hat sie Gelegenheiten wie nie zuvor, um von ihrem Erlöser zu sprechen. Aus der ganzen Welt bekommt sie Einladungen zu Vorträgen .
Die Offenheit für das Evangelium scheint in Indien tatsächlich größer geworden zu sein. Dazu hat auch der schreckliche Wirbelsturm im Oktober vergangenen Jahres beigetragen, der über den Bundesstaat Orissa hinweg fegte. Viele Hindus meinten, dass dies nun Gottes Gericht sei, "weil unsere Leute den Missionar verbrannt haben". Und weil die Christen die ersten waren, die den Sturmopfern Lebensmittel brachten, haben sich wiederum viele Herzen für das Evangelium geöffnet.
Das wiederum hat eine militante Hindu-Organisation mit dem Vorwurf auf den Plan gebracht, die Christen missbrauchten die Not der Einheimischen. Dies wäre eine Art Bestechung, um sie zum Religionswechsel zu veranlassen. Der Bundesstaat Orissa will außerdem ein Gesetz verabschieden, wonach ein Religionswechsel 14 Tage vorher polizeilich gemeldet werden muss.[ 1 ]
Der Trägerverein der Freien Theologischen Akademie e.V. in Gießen beschloss Mitte Februar die Gründung einer neuen Akademie für Mission und Gemeindebau. Sie wird ab Oktober 2000 ein zweijähriges theologisches Aufbaustudium für Absolventen von Bibelschulen anbieten. Wie der Rektor der FTA, Prof. Helge Stadelmann, erklärte, habe man in den vergangenen Jahren einen großen Bedarf an qualifizierter Weiterbildung für Bibelschulabsolventen bemerkt. Für die derzeitigen Herausforderungen in Gemeinde und Mission benötigten angehende Pastoren und Missionare eine gründliche bibeltreue Ausbildung. Die bewährte dreijährige theologische Grundausbildung der Bibelschulen würde an der neuen Akademie für Mission und Gemeindebau vertieft und die Studierenden auf bibeltreuer Grundlage für den späteren Dienst in Mission und Gemeinde optimal vorbereitet. Neben speziellen Fächern im Bereich Praktischer Theologie und Missionswissenschaften erlernen die Studierenden an der neuen Akademie auch Exegese auf der Basis des neutestamentlichen Grundtextes sowie den Gebrauch wissenschaftlich-theologischer Methoden, wie sie künftig im interkulturellen Gemeindebau immer unverzichtbarer würden. An der neuen Akademie werden zehn Dozenten lehren, ergänzt durch verschiedene Gastdozenten.[ 2 ]
Die neue Akademie will zum Herbstsemester 2000 ihre Arbeit aufnehmen und ein achtsemestriges Theologiestudium anbieten. Das Vorhaben wird getragen vom Verein zur Förderung Reformatorischer Theologie. Unter den Mitgliedern sind die Theologen B. Kaiser, J.B. Klautke, W. Nestvogel und W.C. Traub, die auch als künftige Dozenten zur Verfügung stehen. Die ART soll den Kurs der sich bildenden Bekennenden Evangelischen Gemeinden theologisch-wissenschaftlich begleiten. Sie möchte gegenüber der ökumenischen und evangelikalen Bekenntnisabweichung an den reformatorischen Bekenntnissen festhalten und einen entschieden bibeltreuen Kurs verfolgen.
Der Verein sucht gegenwärtig eine geeignete Immobilie für das geplante Projekt und ist mit weiteren möglichen Lehrkräften im Gespräch.[ 3 ]
Bibelbundwochenende mit GV in Beatenberg
Beginn: Samstag, 27. Mai 2000, 9.45 Uhr
Schluss: Sonntag, 28. Mai 2000, 13.30 Uhr
Referenten: Richard Bergmann und Steffen Denker
Bibelbund-Seminar in Beatenberg
Datum: neu: 1.-5. November 2000
Referent: Benedikt Peters, Arbon
Thema: Auslegung des Buches Hiob
5. Bibelbundtagung
Datum: Samstag, 11. November 2000, 10 Uhr
Ort: Weinfelden/TG
Referent: Dave Hunt, USA
6. Bibelbundtagung
Datum: Samstag, 10. November 2001
Ort: in der Region von Bern
Herzliche Einladung für den 19.-21. Mai 2000 nach Bietigheim-Bissingen zum Bibelbund-Kongress.
Anmeldeschluss: 10. Mai. Bitte Prospekte in der Geschäftsstelle des Bibelbundes anfordern!