Bibel und Gemeinde
2000-1
Aus dem Bibelbund

Die vernachlässigte Hoffnung: Jesus Christus kommt

Bericht von der Bibelbundtagung in CH-Olten

Theo Wüst

Das Ziel ist bekannt, aber der moderne Mensch hat es vergessen. Die Tagung des Bibelbundes Schweiz setzte sich mit der vernachlässigten Hoffnung der Christen auseinander. Rund 160 Teilnehmer stellten sich am 13. Nov. ´99 in Olten dem Thema: "Die Wiederkunft Christi - Hoffnung und Herausforderung".

Der Altphilologe und Autor zahlreicher Veröffentlichungen, Benedikt Peters, beleuchtete die grundlegende Bedeutung der Wiederkunft Jesu in den biblischen Texten. Ein falsches Verständnis der Prophezeiungen, verfehlte Berechnungen und schwärmerische Übertreibungen haben das Thema in den Hintergrund gedrängt. Hinzu kommt, dass der abendländische Mensch "noch nie so diesseitsbezogen" war wie im ausgehenden 20. Jahrhundert. Wer kein Jenseits kennt, muss sich im Diesseits breit machen. Dabei führt die Angst, etwas zu verpassen, zu Hektik und Hysterie. Auch für Hoffende ist die Zeit begrenzt. Georg Whitefield, der Erweckungsprediger, war sich dessen bewusst und meinte: "Das spornt uns an, vorwärts zu gehen." Wir sollten der Versuchung widerstehen, irgendwelche Endzeit-Systeme zu schaffen. Denn die Hauptsache verstehen wir klar: Jesus kommt, wir wollen auf ihn warten.

Über 400 Mal weisen Jesus und die Schreiber des Neuen Testaments auf das bevorstehende Ende dieses Zeitalters und die Wiederkunft Christi hin. Damit ist das maßgebende Ziel der Nachfolger Jesu gegeben. Eine Kirche, die nicht auf die Wiederkunft wartet, hat den Kern ihres Wesens aufgegeben.

Der zweite Referent, Ernst Vatter (Missionsinspektor der Liebenzeller Mission i.R.), führte aus, wie diese Hoffnung sich auswirkt. Wer hofft, weiß, dass Gott zum Ziel kommt. Er beschäftigt sich mit dem Gott der Hoffnung und seinem Wort. Er kann vor Gott ruhig werden und findet Zeit für die Frage: "Was hast Du, mein Herr, mir zu sagen?" Wo die Zeit für das Reden mit Gott und das Hören auf sein Wort fehlen, verblassen die Maßstäbe. Der Prozess der inneren Umformung beginnt, wo Menschen keine Zeit mehr haben, Gottes Wort zu lesen. Wer sich mit den Gedanken des wiederkommenden Christus befasst, erkennt sich selber im richtigen Licht und lässt sich korrigieren: Ein wartender Christ vergibt. Nicht große Taten sind entscheidend, sondern Worte und eine Atmosphäre der Vergebung. Der Blick auf das Ziel lässt uns den Mund öffnen. Alle Bereiche unseres Christseins werden bestimmt von der Art, wie wir Jesus Christus erwarten.


Weitere Termine des Bibelbundes Schweiz

27.-28. Mai 2000: Bibelbundwochenende in Beatenberg mit Vorträgen von Richard Bergmann und Steffen Denker und der jährlichen Mitgliederversammlung

1.-5. November 2000: Bibelbund-Seminar in Beatenberg mit Benedikt Peters über das Buch Hiob

11. Nov. 2000: Bibelbundtagung in Weinfelden / Thurgau mit Dave Hunt (USA)


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